
Datum: 17. September 2007
Empört zeigte sich die heimische Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Ursula Helmhold, über die Antwort des Umweltministers auf eine Anfrage zum Vogelschutz am Messingsberg.
Sie war von Naturschutzverbänden darauf aufmerksam gemacht worden, dass im Juni dieses Jahres der Messingsberg nicht als Teil des Vogelschutzgebietes "Uhu-Brutplätze im Weserbergland" (V 69) nach Brüssel gemeldet worden war. Ohne Absprache mit dem Landkreis Schaumburg oder den Umweltverbänden hatte das Umweltministerium still und heimlich den Messingsberg aus der Gebietskulisse des Vogelschutzgebiets entfernt. "Alle Fachleute, selbst Naturschutzstellen des Landes, wie die staatliche Vogelschutzwarte, hatten in ihren Stellungnahmen diesen Steinbruch als herausragendes Brutgebiet für den Uhu dargestellt. Bei diesem Gebiet handele es sich um das älteste und am besten dokumentierte Uhu-Brutgebiet Niedersachsens. Von hier aus weitet sich die Uhu-Population über die Steinbrüche des Weser-Leine- Berglandes aus", erklärt Helmhold.
In der Antwort auf die kleine Anfrage räume der Minister, dass es keine fachlichen Gründe gäbe den Uhu-Brutplatz am Messingsberg nicht als Vogelschutzgebiet auszuweisen, könne aber nicht sagen, warum gerade dort der Uhu nicht geschützt werden müsse.
Helmhold: " Entweder wird im Umweltministerium ausgewürfelt, wo Vögel geschützt werden – dann haben die Uhus am Messingsberg einfach nur Pech gehabt oder der Minister will verhindern, dass geschützte Vögel die weitere Ausweitung des Steinbruchs am Messingsberg verhindern könnten."
Diese unfachliche Ausweisung sei mit dem europäischen Umweltrecht kaum in Einklamg zu bringen. "Die nächste peinliche Auseinandersetzung des Ministers mit Brüssel ist daher vorprogrammiert", so Helmhold abschließend.