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12. April 2010

Gattin ist Gattin und Schnaps ist Schnaps - Wie beurteilt die Landesregierung die Vermarktung des „Titels“ „Ehefrau des Ministerpräsidenten Christian Wulff“ für Imagezwecke eines Schnapsherstellers?

Am 8. April 2010 startete der Schnaps-Hersteller Pernod Ricard Deutschland gemeinsam mit der Stiftung für das behinderte Kind in Berlin seine Kampagne gegen den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Mit von der Partie waren laut eines Berichts des Stern vom gleichen Tage "neben einem Modell, einer Schauspielerin, einer Moderatorin und dem FDP-Girly Silvana Koch-Mehrin" auch Frau Bettina Wulff als so genanntes "Testimonial" der Kampagne.

Bettina Wulff wurde in der Einladung zur Pressekonferenz als "Ehefrau von Ministerpräsident Christian Wulff" angekündigt, ebenso, laut Stern-Bericht, auch in der gemeinsamen PR-Mappe von Alkoholbrenner und Charité-Stiftung.

Weiterhin stehe in dieser Mappe, dass Bettina Wulff Schirmherrin "diverser wohltätiger Organisationen" ist. Der Homepage von Frau Wulff auf der Seite der Staatskanzlei ist unter der Rubrik "Schirmherrschaften" zu entnehmen, dass Frau Wulff Schirmherrin der Organisation "Eine Chance für Kinder" sowie des "Gartenfestival Herrenhausen 2010" ist.

Ich frage die Landesregierung:

  1. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass ein Schnaps-Hersteller nicht unbedingt der geborene Zeuge abstinenter Lebensführung, wenn auch begrenzt auf bestimmte biologische Situationen, ist?
  2. Wie beurteilt die Landesregierung die "Vermarktung" Bettina Wulffs als "Ehefrau des Ministerpräsidenten Christian Wulff" für eine Imagekampagne eines Schnapsherstellers?
  3. Teilt die Landesregierung die Auffassung, dass es seltsam anmutet, wenn in der heutigen Zeit eine Frau sich gesellschaftlich und in diesem Falle sogar kommerziell als "Ehefrau" Ihres Mannes präsentiert?

Ursula Helmhold                                                 Helge Limburg