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13. Januar 2009

Verordnungsrückgang von Heilmitteln für Kinder und Jugendliche

Nach Beschwerden von Eltern und Sozialpsychiatrischen Diensten geht vor dem Hintergrund massiver bis existenzbedrohender Regressandrohungen gegenüber niedergelassenen Ärztinnen  und Ärzten für das Jahr 2006 erneut die Verordnung von Heilmitteln (Physiotherapie, Logotherapie, Ergotherapie) für Kinder und Jugendliche massiv zurück. Nach Aussagen von Experten benötigt ein hausärztlich tätiger Kinderarzt/eine hausärztlich tätige Kinderärztin nach den aktuellen Richtgrößenrichtlinien ca. 23 unauffällige Kinder, um einem bedürftigen Kind eine 1x wöchentliche therapeutische Maßnahme zu verordnen. Diese Verhältnis entspricht nicht dem durch medizinische Indikation definierten Bedarf insbesondere im Hinblick auf den  wissenschaftlichen Nachweis der hohen Prävalenz an Entwicklungsstörungen. Eine Unterbrechung einer Therapie ist im übrigen nicht nur aus medizinischer Sicht kontraindiziert, sie ist auch aus wirtschaftlichen Gründen kontraproduktiv, da jeder Neuanfang bei Kindern und Jugendlichen eine neue Kontaktaufnahme und Motivation erfordert und damit eine Zeit- und Therapieverschwendung darstellt. 

Wir fragen die Landesregierung:

  1. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung zum Rückgang der Heilmittelverordnungen (aufgeteilt nach Physiotherapie, Logotherapie und Ergotherapie) 2008 vor dem Hintergrund massiver Regressandrohungen für das Jahr 2006 vor? 
  2. In wie vielen Fällen wurden in dieser Zeit Kindern, denen vom sozialpsychiatrischen Dienst oder einer anderen Früherkennungsstelle eine Behandlungsbedürftigkeit bestätigt wurde, keine entsprechenden Therapiemaßnahmen verordnet?
  3. Wie beurteilt die Landesregierung die Tatsache, dass selbst Kindern, denen mittels einer ausführlichen, zusätzlichen Diagnostik im Sozialpsychiatrischen Dienst oder einer anderen Früherkennungsstelle eine Behandlungsbedürftigkeit bestätigt wird, diese nicht erhalten?
  4. Wie will die Landesregierung zukünftig sicherstellen, dass trotz der sich jahrgangsweise wiederholenden massiven Regressandrohungen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KV-N) Kinder und Jugendliche die für sie akut notwendigen Heilmittel erhalten? 
  5. Ab wann wird es neue Regeln und Regularien für die Honorierung ärztlicher Vergütungen geben, die derartige kontraproduktive Verordnungsrückgänge im Heilmittelbereich vermeiden helfen? 

 

Christian Meyer                                                       Ursula Helmhold

 

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