

Ursula Helmhold (GRÜNE):
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und
Herren! Im Rahmen ihrer Hauptkonferenz am
2./3. Juni 2005 in Schwerin hat die Konferenz der
Gleichstellungs- und Frauenministerinnen, -minister,
-senatorinnen und -senatoren der Länder
(GFMK) auf Antrag der unionsregierten Länder beschlossen,
dass die GFMK mit der Jugendministerkonferenz
(JMK) zusammengelegt werden soll.
Es heißt, dass nach dem Willen der Mehrheit der
CDU/CSU-regierten Bundesländer die Frauen- und
Gleichstellungspolitik künftig gemeinsam mit der
Jugendpolitik mit dem Schwerpunkt Familienpolitik
beraten werden soll.
Die Jugendministerkonferenz ihrerseits hatte mit
Beschluss vom 12./13. Mai 2005 die besondere
Bedeutung einer eigenständigen Konferenz, die
sich mit den Belangen von Kindern und Jugendlichen
befasst, unterstrichen und die Bündelung von
kinder-, jugend- und familienpolitischen Fragen in
einer Jugend- und Familienministerkonferenz vorgeschlagen.
Von frauen- und gleichstellungspolitischen
Themen und deren zukünftiger Behandlung
sagt der Beschluss nichts aus.
Ich frage die Landesregierung:
1. Welchen Stand hat aus ihrer Sicht die tatsächliche
Gleichstellung und Teilhabe von Frauen an
allen gesellschaftlichen Bereichen in Niedersachsen
und in der Bundesrepublik erreicht, sodass
Niedersächsischer Landtag - 15. Wahlperiode - 69. Plenarsitzung am 16. September 2005
7858
nach ihrer Auffassung die Aufgabe der eigenständigen
Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenminister
und -ministerinnen gerechtfertigt scheint?
2. Die GFMK hat im Rahmen beispielsweise ihrer
Hauptkonferenz in Schwerin 20 Entschließungen
und Beschlüsse zu den Bereichen Gesundheit, Arbeit,
Recht, Soziales, Hochschule und Wissenschaft,
Europa und Zuwanderung verabschiedet.
Über weitere Tagesordnungspunkte konnten keine
Mehrheiten herbeigeführt werden. Wie will die
Landesregierung angesichts des Pensums allein
der GFMK und unter Berücksichtigung des Umstands,
dass in den Überlegungen der JMK frauenund
gleichstellungspolitische Themen keine Rolle
spielen, sicherstellen, dass die vielfältigen Aspekte
der Frauen- und Gleichstellungspolitik auch nach
der von ihr unterstützten Zusammenlegung mit der
JMK angemessen behandelt werden können?
3. Plant die Landesregierung die Zusammenlegung
weiterer Konferenzen der Länderminister und
-ministerinnen zu initiieren bzw. mit zu tragen, und
wenn ja, welche, und, wenn nein, warum nicht?