Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG

NR. 342 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
Datum: 11. Oktober 2011

Hebammen brauchen angemessenes Honorar

Geburtshilfe kein Ehrenamt

Die Landtagsgrünen unterstützen den Protest und die Aktionen der Hebammen für mehr Lohn und gegen hohe Versicherungsbeiträge. "Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 7,50 Euro entwickelt sich die Geburtshilfe zu einem Ehrenamt – das ist nicht gerecht!", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Ursula Helmhold am Dienstag (heute) in Hannover.

Die Grünen-Politikerin warnte vor dem "Niedergang der Geburtshilfe". Immer mehr Hebammen würden ihren Job aufgeben, weil sie von ihrer Arbeit nicht mehr leben können. "Im Flächenland Niedersachsen kann nicht mehr überall Geburtshilfe vor Ort angeboten werden", sagte Helmhold. Dadurch sei die Wahlfreiheit von Frauen, ihr Kind in der Klinik, zuhause oder im Geburtshaus zur Welt zu bringen, bedroht. Auch die Wege zur Entbindung würden länger, weil schon heute Belegkliniken massive Probleme hätten, freie Stellen zu besetzen.

Die Grünen-Politikerin erinnerte daran, dass die Hebammen seit der massiven Erhöhung der Versicherungsbeiträge im Sommer 2010 vergeblich um die ausreichende Angleichung ihres Honorars kämpfen. "Das Bundesgesundheitsministerium ist gefordert, gemeinsam mit dem Bundesverband der gesetzlichen Krankenkassen die Not der Hebammen ernst nehmen und die Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lage in die Wege zu leiten", sagte Helmhold.