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Als "in hohem Maße aufklärungsbedürftig" hat die stellvertretene Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Ursula Helmhold die gegenüber den anderen westdeutschen Bundesländern erheblich niedrigeren Pflegesätze in den Altenpflegeeinrichtungen in Niedersachsen bezeichnet. Diese Praxis gehe zu Lasten der Qualität der Pflege und damit der Betroffenen, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch (heute) in Hannover. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso zum Beispiel in der Pflegestufe 3 die pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen 395 Euro weniger erhalten, als vergleichbare Personen in Baden-Württemberg.
Helmhold begrüßte vor diesem Hintergrund die Initiative der katholischen Bischöfe und der Caritasverbände für eine Kampagne "Pflegealarm – die Helfer brauchen Hilfe".
Die Grünen-Politikerin warf der Landesregierung vor, "Pflegebedürftige mit warmen Worten zu bedenken, die Probleme im Land aber zu vernachlässigen."
Der absehbare Mangel an Fachkräften lasse sich nicht mit Image-Kampagnen bekämpfen. Die Pflege leide unter Personalmangel, permanenter Arbeitsüberlastung, fehlenden Qualifikationen und unerträglichen Arbeitsbedingungen. Helmhold: "Die Grenze des Zumutbaren ist längst überschritten."
Die Grünen-Politikerin wird im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landtages eine Unterrichtung über die Hintergründe der niedrigen Pflegesätze und die offenbar desolate Personalbesetzung in vielen niedersächsischen Pflegeeinrichtungen beantragen.