Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG

NR. 192
Datum: 4. August 2006

GRÜNE fordern nach schwerem Störfall in schwedischem AKW Überprüfung der niedersächsischen Anlagen

Nach dem Beinahe-GAU im Atomkraftwerk im schwedischen Forsmark haben die Landtagsgrünen eine Überprüfung der niedersächsischen Anlagen gefordert. Es müsse "umgehend und umfassend geklärt werden, ob ein gleicher oder ähnlicher Fehler beim Betrieb von hiesigen AKW ausgeschlossen werden kann", sagte die stellvetretende Fraktionsvorsitzende Ursula Helmhold am Freitag (heute) in Hannover.
Dass Umweltminister Sander laut Auskunft seines Sprechers den Unfall in Schweden nicht zum Anlass nimmt, seine Einstellung zur Atomkraft zu ändern, zeuge von einer "törichten Technikgläubigkeit". Der schwere Störfall habe bewiesen, "dass es kein sicheres Atomkraftwerk gibt; das gilt für Schweden und auch für Deutschland", sagte die Grünen-Politikerin. "Die Vorgänge bestätigen ein weiteres Mal: Der Atomausstieg ist alternativlos."

Die Landesregierung und besonders Umweltminister Sander müssten endlich den Weg in die energiepolitische Sackgasse verlassen und die Nutzung erneuerbarer Energie in Niedersachsen stärker voranbringen. Wer zwanzig Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl noch immer auf Atomstrom setze, handle verantwortungslos, sagte Helmhold.